Energieanbieter und -versorgung

Energieanbieter und -versorgung | Donnerstag, 15.03.2012

Netzentgelte: Energieversorger verklagen Netzagentur

Der Freiburger Energieversorger Badenova und die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) haben Klage gegen die Netzagentur eingereicht. Dabei geht es um die umstrittene Befreiung stromintensiver Unternehmen von Netzentgelten. Dies verstoße gegen den Gleichverteilungsgrundsatz von Abgaben und Steuern, sagte Badenova-Sprecher Roland Weis am Donnerstag. Hintergrund ist ein Gesetz, das Unternehmen ab einem jährlichen Verbrauch von zehn Gigawattstunden von den Netzgebühren befreit.

Die Durchleitungskosten für diese Unternehmen werden stattdessen allen Energieversorgern in Rechnung gestellt, die diese Belastung an ihre Kunden weitergeben. Die neue Umlage zur Entlastung der stromintensiven Großindustrie mit 0,18 Cent brutto je Kilowattstunde sei ungerecht, kritisierte Weis. Der Erfolg und die Akzeptanz einer „Energiewende für alle“ hänge wesentlich davon ab, dass die Anstrengungen nicht einseitig zulasten einzelner gesellschaftlicher Gruppen verteilt werden, sagte Weis.

Auch die Elektrizitätswerke Schönau kritisierten eine versteckte Industriesubventionierung und Wettbewerbsverzerrung in Europa. Außerdem schaffe die neue Regelung Anreize für Unternehmen, mehr Strom als nötig zu verbrauchen, um die Schwelle für die Gebührenbefreiung zu überschreiten, sagte ein Sprecher. Beide Energieversorger gaben an, dass sie durch das Gesetz Einbußen in Millionenhöhe hätten.

 
 

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