Energiepolitik

Energiepolitik | Montag, 22.08.2011

alpha ventus: Offshore-Stromausbeute höher als erwartet

Es ist Deutschlands größte Baustelle im Meer: Vor der Insel Borkum entsteht mit alpha ventus ein gigantischer Windpark mit 80 Windrädern, 19 stehen schon. Und Deutschlands erster Offshore-Windpark alpha ventus produziert mehr Strom als erwartet. Während das erste Halbjahr 2011 bei Deutschlands Onshore-Windparks enttäuschend war, hat der konstante und starke Wind auf der hohen See in den vergangenen neun Monaten mehr als 190 Gigawattstunden Strom erzeugt. Damit liegt die Windausbeute zirka fünf Prozent über dem für diesen Zeitraum prognostizierten Wert, teilt das alpha ventus Konsortium DOTI – bestehend aus den Unternehmen EWE, E.ON und Vattenfall – am 30. Juni 2011 mit.

„Die hohe Stromausbeute von alpha ventus zeigt, dass Offshore-Wind schon heute zu den Stützen einer sicheren und zuverlässigen Stromversorgung gehört. Offshore- und Onshore-Windkraft ergänzen sich perfekt und gleichen sich sogar untereinander aus“, sagt Dr. Claus Burkhardt vom Energiekonzern EWE als DOTI-Geschäftsführer und Gesamtprojektleiter von alpha-ventus. Nachdem technische Probleme in der ersten Betriebsphase erfolgreich gelöst wurden, hat der Windpark eine hohe Verfügbarkeit erreicht. Die Anlagen waren zu beinahe 98 Prozent einsatzbereit. Claus Burkhardt: „Dies spricht für die Zuverlässigkeit der deutschen Anlagentechnik in der Windenergiebranche. Auch sehen wir unser Betriebs- und Wartungskonzept voll bestätigt.“

Gleichzeitig weist Burkhardt aber darauf hin, dass ein Offshore-Windpark in Deutschland im Vergleich zu einem Onshore-Windpark auch einer weitaus höheren Windausbeute bedarf, um die deutlich höheren Investitions- und Betriebskosten zu kompensieren. „Diese ergeben sich aus den schwierigen deutschen Rahmenbedingungen. Dazu gehören - im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – die einzuhaltenden hohen Küstenentfernungen und dementsprechend große Wassertiefen. Sie erfordern eine daran angepasste aufwändige Anlagen- und Fundamenttechnologie sowie entsprechende Infrastrukturen – zum Beispiel geeignete Errichtungsschiffe.“ Diese Faktoren wirken sich Burkhardt zufolge noch immer negativ auf die Wirtschaftlichkeit von deutschen Offshore-Windparks aus und damit investitionshemmend. Daher bedürfe die deutsche Offshore-Windindustrie zunächst ausreichender finanzieller Hilfestellungen, um den jungen Industriezweig in Deutschland zu etablieren.

 
 

Mehr zum Thema Energiepolitik lesen Sie hier:
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 | 41 | 42 | 43 | 44 | 45 | 46 | 47 | 48 | 49 | 50 | 51 | 52 | 53 | 54 | 55 | 56 | 57 | 58 | 59 | 60 | 61 | 62 | 63 | 64 | 65 | 66 | 67 | 68 | 69 | 70 | 71 | 72 | 73 | 74 | 75 | 76 | 77 | 78 | 79 | 80 | 81 | 82 | 83