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Der Strommarkt in Deutschland: Überblick über Stromanbieter, Tarife und vieles mehr

Die Liberalisierung des deutschen Strommarktes soll vor allem eines bewirken: sinkende Strompreise. In den letzten Jahren ist aber ein deutlicher Anstieg bei den Kosten der Energieversorgung festzustellen. Die Verbraucher profitieren daher kaum vom anlaufenden Wettbewerb.

Ein kurzer Überblick:

Bis 1996 bestimmen Gebietsmonopolisten den Strompreis, Kunden haben keinerlei Wahlmöglichkeit. 1996 wird in der EU-Elektrizitäts-Binnenmarktrichtlinie beschlossen, einen einheitlichen liberalisierten europäischen Strommarkt zu schaffen. Ziel ist, dass Strom langfristig billiger werden soll.

1998 beginnt die Liberalisierung des deutschen Strommarktes zunächst auf dem Papier. Das heißt: Jeder, der möchte, kann Strom produzieren und an seine Kunden verkaufen – nicht mehr nur die Monopolkonzerne. Doch: Die Verteilernetze bleiben in der Hand der einstigen Monopolisten. Diese sind nun gesetzlich dazu verpflichtet, einen diskriminierungsfreien Zugang zur Nutzung der Leitungsnetze zu gewährleisten. In der Praxis wird dadurch der Marktzugang für neue und alternative Stromanbieter erschwert.

2005 übernimmt die Bundesnetzagentur die Aufgabe der weiteren Liberalisierung auf dem Strommarkt. Sie soll sicherstellen, dass der Wettbewerb in Gang kommt. Denn der Strommarkt ist zum Oligopol geworden: Einige wenige Anbieter bestimmen das Geschehen. Den Energiekonzernen E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall gehören etwa 90 Prozent der deutschen Kraftwerkskapazitäten und die Übertragungsnetze. In vielen Fällen halten die großen Konzerne maßgebliche Geschäftsanteile an den über 800 Stadtwerken. Unabhängige Anbieter gibt es nur wenige.

2007 endet die staatliche Preisaufsicht für die Grundversorgungstarife. Viele Gebietsversorger nutzen das für erhebliche Strompreiserhöhungen und verschrecken damit ihre Kunden. Immer mehr Haushalte sehen sich nach günstigen Alternativen um. Dabei achten sie vermehrt auch darauf, ob ein Stromanbieter konzernunabhängig ist oder es sich um ein Tochterunternehmen der großen Konzerne handelt.

Strom kaufen und verkaufen

Strom wird meist im Voraus, d.h. vor der Erzeugung, verkauft bzw. gekauft. Üblich sind Lieferverträge über Monate und Jahre im Voraus. Die Stromerzeuger verkaufen ihren Strom entweder direkt an Stromlieferanten, an Strombörsen oder an industrielle Großabnehmer. Kurzfristiger Zusatzbedarf kann über so genannte Spot-Märkte eingekauft werden. Der Strom wird dann aufgrund der dringenden Nachfrage entsprechend teuer angeboten.

Mehrfach ist gegen die großen Stromproduzenten und -lieferanten der Verdacht erhoben worden, die Strompreise an der Strombörse würden künstlich hoch gehalten – auf Kosten der Verbraucher und Stromkunden. Unabhängige Stromanbieter versuchen dagegen stets, im Auftrag ihrer Kunden den günstigsten Preis am Markt zu erzielen. Im Gegensatz zu den Stromproduzenten haben sie ein Interesse an möglichst günstigen Strompreisen, weil sie nicht von der Erzeugung profitieren.